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Mohnrote Zeichen Nahid Bagheri- Goldschmied (aus dem Lyrik- Band: „In der Fremde“ ) Todschwarz färbt sich die Nacht, mich aber erhellen die glänzenden Augen der tausenden namenlosen Sterne, die leuchten – hinter den Wolken. Laut liest wieder die Erde die traurigste Geschichte unter dem Himmel; müd hallt das Echo hinter staubblinden Fenstern. Hinter staubblinden Scheiben suchen forschend und beunruhigt tausende betroffene Mütteraugen die Zitadellenmauer ab. In nagender Furcht erwarten sie: eine Nacht voll Angst, eine Nacht voll Kettengeklierr, eine Nacht voll Schreie, eine Nacht voll Pulver- und Blutgeruch, eine gewitterträchtige Nacht. In dieser Nacht bin ich voll Feuer. In dieser Nacht bin ich voll Feuer. Das reine kochende Blut meiner Geschwister strömt wie ein Fluss über den Hinrichtungsplatz. Im aufgewühlten Morgengrauen erstirbt Schrei auf Schrei, hoch wie das Hinrichtungspotest. Mohnrot färbt sich die Nacht im Morgenblut, mich aber färbt mohnroter Hass. |